
Broschüren, Flyer und Werbeartikel für den Aussendienst zu beschaffen, wirkt wie eine Kleinigkeit. In der Praxis ist es einer der unterschätzten Zeitfresser im Marketing – und einer der wenigen Prozesse, bei denen die teuerste Ressource der Abteilung, die kreative Arbeitszeit, regelmässig für Lagerarbeit drauf geht. Prüfen, rüsten, verpacken, versenden, nachbestellen: Aufgaben, die mit Marke und Kommunikation nichts zu tun haben.
Viele Verkaufsorganisationen digitalisieren die Bestellung: ein Excel-Formular oder eine SharePoint-Maske, die der Aussendienst ausfüllt und automatisch übermittelt. Das löst genau eine Hälfte des Problems – das Erfassen. Die aufwendigere Hälfte bleibt manuell und unsichtbar:
Ob Ihr aktuelles Modell Sie tatsächlich Geld und Nerven kostet, lässt sich in zwei Minuten einschätzen. Gehen Sie die folgenden Punkte durch:
Rechnen Sie den zweiten, versteckten Kostenblock dazu: Werbemittel sind kein neutrales Lagergut. Ein Logo-Wechsel, eine neue Adresse oder das Ende einer Kampagne entwerten Restbestände über Nacht – gebundenes Kapital wird zu Ausschuss. Wer ohne Bestandsübersicht in Grossmengen nachbestellt, um Stückpreise zu drücken, zahlt diese vermeintliche Ersparnis beim nächsten Design-Wechsel doppelt zurück.
Die Hochschule Luzern bezog ihre Werbeartikel bei mehreren Anbietern selbst, während ein separater Logistiker die Lagerung übernahm – mit Schnittstellen, Bestandsdifferenzen und Kommunikation im Dreieck; die Verfügbarkeit musste die Hochschule selbst sicherstellen. Heute läuft die Nachbeschaffung automatisch: Die Hochschule Luzern erteilt nur noch Freigaben und wählt neue Produkte aus einer Vorauswahl nach ihren Vorgaben.
Auch die Zürcher Ziegeleien arbeiteten früher mit einem separaten Logistiker und bestellten die Ware getrennt. Heute läuft alles über andmore: Zahlreiche Aussendienstmitarbeiter bestellen, andmore versendet, und bei Erreichen des Mindestbestands erhalten die Zürcher Ziegeleien ein Angebot zur Aufstockung – alles andere läuft automatisch. Das Ergebnis: keine Stock-outs, keine Verzögerungen.

Der Unterschied ist nicht «digitaler bestellen», sondern «gar nicht mehr abwickeln müssen». Ein Bestellportal mit angeschlossenem Lager verschiebt die Logistik weg vom Marketing-Team:
Ein Aussendienstler braucht für einen wichtigen Kundentermin am Freitag eine bestimmte Broschüre. Er bestellt am Montag – die Marketing-Abteilung stellt fest, dass der Artikel aus ist, fragt Lieferanten an, holt Angebote ein, verhandelt und bestellt. In der Zwischenzeit landet die Frage «Wo bleibt mein Material?» beim Marketing, nicht beim Lager. Mit einem Supply Shop und Lager im Hintergrund kippt dieser Ablauf: Der Aussendienstler sieht den Bestand selbst, bestellt direkt, und der Nachschub ist definiert, bevor der Engpass entsteht. Wie sich damit der interne Aufwand rund um Werbeartikelsenken lässt, zeigen unsere Referenzen.
Wenn Sie im Self-Check mehrfach genickt haben, lohnt sich ein Blick auf den konkreten Aufwand: Wie viele Stunden pro Monat fliessen bei Ihnen ins Prüfen, Rüsten und Nachbestellen von Werbemitteln – und was davon gehört eigentlich ins Marketing?
Nicht die Menge entscheidet, sondern die Anzahl Beteiligter und Standorte. Sobald mehrere Aussendienstler regelmässig bei einer Marketing-Person bestellen, übersteigt der Koordinationsaufwand schnell die Kosten eines Portals. Die Faustregel aus dem Self-Check hilft bei der Einordnung.
Genau hierliegt ein oft übersehener Kostenpunkt. Ohne Bestandsübersicht wird bei jedem Rebranding zu viel entsorgt. Echtzeit-Bestand und Verbrauchsdaten machen sichtbar, wie viel wirklich nachbestellt werden muss – und begrenzen den Abschreiber.
Ein Formular digitalisiert das Erfassen der Bestellung. Ein Bestellportal digitalisiert auch die Abwicklung dahinter: Bestand, Nachschub, Versand und Auswertung. Das Formular nimmt dem Marketing das Tippen ab – nicht die Logistik.
Beschaffung, Optimierung & Nachhaltigkeit